Narn i Edhel Limaethor

Die Erzählung vom Elfen Limaethor

Es war eine stürmische, verregnete und windige Nacht als Anúan ein Kind gebar. Voller Stolz hielt Eldhir den neuen Sprössling der Sippe hoch um ihn zu betrachten und draußen tobte der Storm »Nîngalu soll dein Name sein!«, sprach Eldihr voller Freude und legte seinen Sohn in die Arme der Mutter. Anúan betrachtete ihren Sohn voller Stolz und Freude, doch sprach sie: »Ich will warten bis ich dir einen Namen gebe, denn ich sehe, dass du große Taten vollbringen wirst.«

Nîngalu war ein fröhlicher Elf und erlebte seine lange Kindheit mit Glück und Freude. Er entdeckte schon sehr früh sein Interesse für das Magische und Eldihr schickte ihn in die Lehre bei den Druiden des Stammes. Schnell verging Nîngalu jedoch die Lust und er langweilte sich nur. Zwischen den Tagen, die er bei den Druiden verbrachte, ging er oft zum Fluß Ascar und tollte dort mit einigen gleichgesinnten herum. Er liebte das Wasser und brachte sich selbst das Schwimmen bei. Manchmal saß er nur so am Flussufer und schnitzte ein paar Figuren aus Holz, bei denen es sich meistens um Vögel und andere Tiere handelte. Sein Vater brachte ihm das Schnitzen bei und schenkte ihm seinen Dolch Maeg. Nîngalu liebte das Schnitzen und es sollte sich schon bald herausstellen, das seine Begabungen von großem Nutzen für den Stamm waren.

Eines Tages ging Nîngalu mit ein paar Freunden zum Ascar, wie sie es immer taten, doch Raentâl, ein tollpatschiger Elf, viel Kopfüber in den Fluß. Raentâl konnte nicht schwimmen und der Ascar war wild und ungezähmt. Just in dem Moment, als jede Hoffnung verloren schien und Raentâl von den Wassermaßen heruntergedrückt wurde, riß sich Nîngalu die Kleidung vom Leib und sprang in die tobende Flut. Eine Zeit lang schienen beide von den Wassermaßen verschlungen wurden zu sein, doch dann tauchte eine Hand aus dem Wasser empor und riss sich mit aller Kraft aus dem Fluß. Es war Nîngalu mit dem bewusstlosen Raentâl auf dem Rücken. Dieses Abenteuer sprach sich schnell in der ganzen Sippe herum und noch am selben Abend ging Anúan mit einem lächeln auf den Lippen zu ihrem Sohn und sprach: »Ich bin stolz auf dich Limaethor, denn dies soll von nun an dein Name sein, mit dem ich dich rufen werde!« und Limaethor blicke voll stolz und wurde von nun an von allen so genannt.

Jahre vergingen, der Winter wandelte sich in wärmere Zeiten und diese vergingen wieder in der Kälte. Limaethor, der mittlerweile schon ein Jahrhundert alt war und bald die Zeit der Kindheit verließ, brach die Lehre bei den Druiden ab. Dies schockierte seine Eltern, doch sie ließen ihn gewähren denn sie wollten sich nicht in seine Entscheidungen einmischen. Limaethor ging in die Lehre seines eigenen Vaters, der ein begnadeter Schnitzer war und die Freundschaft zwischen Vater und Sohn wurde enger. So eng, das man den einen kaum ohne den anderen sah.

Wieder vergingen die Jahre und Limaethor wurde selbst zu einem Mann und die Abenteuerlust befiehl ihn. Er wollte mehr von der Welt sehen, doch er wollte seinen Stamm nicht verlassen. Er verliebte sich ein Aeresthíl, die neben ihrem Vater die einzigste Hochelfe des Stammes war, denn ihr Vater verliebte sich in eine Waldelfe und ließ sich bei ihrem Volk nieder, bis er selbst die Kultur der Waldelfen verstand und sie begann zu lieben. Limaethor nutzte jede gelegenheit aus um mit Aeresthíl zu sprechen und sie zu sehen, doch war Aeresthíl bereits einem anderen versprochen wurden und ihr Vater haßte es sie mit Limaethor zu sehen, denn Raentâl war sein Sohn und es bedrückte ihn mit Spott und Scham, dass er vor langer Zeit von einem »Kind« aus der tobenden Flut gerettet wurde. Dies brach Limaethor das Herz, denn er wusste das er nicht mit Aeresthíl leben konnte und viele Nächte lang saß er am Ascar und weinte bitterlich.

Eines Abends kam sein Vater zu ihm und schaute ihn besorgt an: »Warum weinst du Nîngalu?«, denn er rief seinen Sohn noch nach seinem alten Namen, den er ihm gegeben hatte. »Vater ich weiß nicht was ich tun soll, denn mir bleibt verwährt und verborgen was ich zu erlangen versuche!«, antworte Limaethor Tränen überströmt. Eldihr legte seine Hand auf die Schulter seines Sohnes und sagte mit fester Stimme: »Du musst nicht alles erreichen, denn wir sind auf dich Stolz und nicht auf deine Leistungen!«, da drehte sich Limaethor um und blickte ratlos in die Augen seines Vaters: »Aber wenn ich es nicht erlange, kann ich nicht weiter leben, ohne jeden Tag in Unglück und Trauer zu stürzen.«, sein Vater runzelte die Stirn und erkannte was ihm sein Sohn zu sagen versuchte. »Oh mein Sohn, was hast du dir nur angetan, es betrübt mich dich so zu sehen, doch weiß ich nicht wie ich dir helfen kann!« und Eldihr nahm seinen Sohn in die Arme um ihn zu trösten.

Aeresthíls Vater erfuhr von ihrer Beziehung mit Limaethor und rief eine Stammes Versammlung ein. Alle kamen und setzten sich im Kreis in die Mitte des Dorfes. Aeresthíls Vater stand in der Mitte und blickte durch die Reihen voller Zorn in seinem Gesicht. »Ich fordere die Verbannung von Nîngalu!« rief er in den Kreis und Eldihr sprang auf. »Ihr wollt meinen Sohn verbannen? Wer gibt euch das Recht dazu?« und Aeresthíl versuchte ihren deprimierten Blick vor den Anwesenden zu verbergen. »Er hat versucht Raentâl zu ertränken und belästigte meine Tochter mehrmals!« Aeresthíl brach und Tränen aus und Raentâl schüttelte seinen Kopf, traute sich jedoch nichts zu sagen. »Das ist eine Lüge!«, ein junger Elf sprang auf und schaute wütend in die Runde. »Havodat Celeg!«, sprach Aeresthíls Vater. »Entweder er oder ich und meine Familie!«, fügte er hinzu. Nun war seine Familie von großer Bedeutung für den Stamm, denn sie hatten als einzigste in ganz Farâe Kontakt mit den Hochelfen, die ihrem Stamm schon oft in schwierigen Zeiten beistanden.

So wurde Limaethor verbannt und man gab ihm den Namen Eglenn i Aeresthíl. Die Trennung von seiner Mutter und seinem Vater viel ihm schwer. Sie gaben ihm ein paar Lembaswaffeln mit und gaben ihm ein Bot. »Segle über das große Meer gen Osten, dort sollst du eine neue Heimat finden mein Sohn!« Und so geschah es...