Geschichte Nelthíls

Die Menschheit

Die menschliche Art wurde durch die Natur selbst erschaffen. Maelui, die schönste aller Ceredir formte fruchtbare Böden, wildwachsende Pflanzen und wundersame Tiere. Den letzteren beiden gab sie Instinkte und Triebe, auf dass sie sich an die Gegebenheiten der Umwelt anpassen mögen um auch in den bittersten Zeiten zu überleben.

So kam es, dass die Natur den Tieren mit der Zeit Intelligenz verlieh. Fische gingen an Land und aus Fischen wurden Frösche. Frösche vertrockneten als das Wasser knapp war, doch die Überlebenden wurden zu Schlangen. Aus Schlangen schließlich gingen die Lindwürmer und edlen Drachen hervor, die Thenin, der stärkste aller Ceredir, vollendete. Doch als die einfachen Schlangen die Bäume bestiegen und wehmütig in den Himmel starten den die Drachen bevölkerten verlieh ihnen Gwilith aus Mitleid Flügel, da sie den Himmel und die Vielfalt liebte.

Doch einige Vögel verließen die Küsten und erreichten die »alte Welt«, in der zu jener Zeit die Bauten der Ceredir die Umgebung schmückten. Erschöpft vom langen Flug ließen sie sich nieder und streiften ihre Flügel ab. Einige von ihnen zogen sich in den südlichen Wald Farâe zurück, andere blieben und wieder andere zogen nach Norden. Aus ihnen entstammen die Rehe, Wölfe, Hasen, Katzen, Mäuse, Ratten und Insekten. Andere ließen sich auf dem südlichen Kontinent nieder und erfreuten sich an den tiefen Sümpfen, großen Wüsten und seltenen, aber dichten Wäldern. Sie wurden zu Echsen, Affen, Krokodilen und Skorpionen.

Diejenigen die im Westen blieben und den Ceredir nahe Farâe Gesellschaft leisteten beneideten sie um ihre Sprache und ihr Wissen. Maelui war es, die einigen von ihnen Sprache verlieh und manche von ihnen wandelten sich zu Menschen. Sie waren noch dumm und barbarisch. Drei Arten von ihnen gab es. Die eine kleinwüchsig, robust, dick und mit breiten Nasen. Sie schwitzten nicht und entwickelten noch keinerlei Fantasie, doch sie konnten Schmerzen vertragen ohne zu leiden und meist spürten sie es nicht einmal wenn einer ihrer Knochen gebrochen war. Rote Augen hatten sie, wie der Kern des Planeten selbst und ihr Haar brannte wie Feuer, die Haut grau bis schwarz. Von den Maden dieser Welt stammten sie ab und sie besaßen weder Seele noch Herz, denn ihr Blut war magischer Natur und floss noch lange nach ihrem Tode durch ihre Adern. Nur wenige von ihnen sollten die alten Tage überleben doch die Geschichten behaupten dass das Volk der Zwerge von ihnen abstammt. Robust, kleinwüchsig, mit brennend roten Augen, knolligen Nasen und Blut ohne Herz, doch verlieh ihnen Amarth Seelen und man behauptet das ihnen ein Herz wuchs. Doch gefunden hat man dieses nie...

Die zweite Art der Menschen war groß und schön. Sie gingen aus den Adlern hervor. Blau, braun, schwarz und grün sind ihre Augen. Ihr Haar von rot über blond bis hin zu tiefem Schwarz und auch ihre Haut schien vielfältig. Sie entwickelten Fantasie und Gefühle und nannten sich stolz »der denkende Mensch«. Von den Elfen wurden sie später Edain genannt. Amarth schenkte auch ihnen die Seele, jedoch etwas früher als den Zwergen. Sie waren zahlreich und ihre Nachfahren verbreiteten sich rasch über den gesamten Globus, als die Schifffahrt erfunden war.

Das letzte Menschengeschlecht stammt von den Raben und Krähen ab. Tief Schwarz waren ihre Haare und groß ihre dunklen Augen, bei denen man die Pupillen vergeblich sucht, denn blind wurden sie geboren. Ihre Haut schien tödlich blaß bis grau zu sein. Ihre Körperbehaarung unterhalb ihres Kopfes rasierten sie sich komplett ab, meist auch den Bart. Trotz ihrer Blindheit konnten sie sehen, denn Wahay schenkte ihnen eines Nachts das Augenlicht, auf dass sie den schwarzen Mond beschwören sollten, der nun die Welt zu vernichten droht. Sich selbst geben sie keinen Namen, doch in der Sprache der Elben nennt man sie Môrgurth.

Wenige dieser Menschen blieben unter sich und so kam es dass sie sich teilweise vermischten. So sah man auch bei den Edain rote Augen und Môrgurth, die lange Zeit vor Wahays Geschenk sehen konnten. Die Zwerge erhielten Fantasie und gingen als die besten Schmiede aller Zeiten hervor.

Die Entstehung der Elfen

Wenig ist über die Kinder der Natur und des Lichts bekannt. Sie selbst behaupten die erstgeborene Art gewesen zu sein und den Ceredir beim Aufbau und beim Formen der Welt geholfen zu haben, selbst die Geburt der Menschen sollen sie wahr genommen haben. Unsere Mirestrianischen Forscher und Akademiker glauben jedoch eine ganz andere Theorie.

Als die ersten Menschen geboren waren und das Denken entwickelten verleihte ihnen Gwilith Sprache und Gestik, auf das ihre Herzen beflügelt würden. Man sagt dass zwischen Ceredir und den erstgeborenen Menschen schnell die Freundschaft Fuß faste. In dieser blumenübersähten, riesigen Wiesenlandschaft nördlich Farâe und südlich Restrok lebten sie gemeinsam. Später sollte nicht mehr viel an diese vergangenen Tage erinnern. Nur Ruinen und abgebrannte Erde zieren heute dieses Land...

Nun war die Zuneigung zwischen manchen Edain und Ceredir so groß, dass sie sich liebten. Meleth war der erste von ihnen und er liebte Anwâr, eine der Edain, doch auch Wahay liebte eine Menschenfrau, diese hieß Agarwaen und zählte zu den Zwergen. Schon bald entwickelte sich eine neue Spezies. Schön, Magie verbunden und unsterblich wie Ceredir waren sie, doch auch sie konnten dem Tod durch das Schwert nicht entgehen, mussten lernen und unterlagen ihren Emotionen wie jeder Mensch.

Die erstgeborenen der Edain nannte man Hochelfen, schön waren sie, von magischem Ursprung, mit silbernem, goldenen, bronzen, braunem, roten, schwarzen und blondem Haar, das ihnen nur auf dem Kopf wuchs. Spitz wahren ihre Ohren und glänzend ihre Haut, wie die der Ceredir.

Doch auch Wahays Kinder schienen edel, tief waren ihre roten Augen, lang und groß ihr Körperbau, Furcht weckend ihre dunkel strahlende Haut und ihr Haar brannte stärker als zuvor. Wie ihre Vorfahren gaben auch sie sich selbst keinen Namen. Von den Elfen werden sie ›Hîn en Wahay‹ genannt.

Diese Vereinigung zwischen Mensch und Ceredir schien in den Augen der meisten Ceredir verrückt und wahnsinng, denn niemand wusste wieviel Macht die Kinder einer Vereinung besaßen. Meleth ließ mit gebrochenem Herzen von Anwâr ab, man ließ sie und ihre Kinder ermorden, doch Maelui versteckte sowohl einen Jungen als auch ein Mädchen vor den Augen der anderen Ceredir, brachte sie es doch nicht über das Herz auch nur einem Geschöpf der Natur ein Haar zu krümmen.

Wahay jedoch begann eine Revolution gegen Aran, den obersten aller Ceredir, der an der Schöpfung nicht teilnahm und auf der Sonne verweilte, denn jeder Ceredir brauchte eine Energiequelle, aßen und tranken sie doch nicht, um ihr magische Gestalt am Leben zu erhalten. "Lichtfresser" werden sie von einigen Sündern und Spöttern genannt. Viele schloßen sich Wahays Feldzug an und dafür wurden sie verbannt... Von der Sonne fielen sie zu Tausenden, in einem letzten hellen, gelbleuchtendem Licht gleiteten sie durch's Universum und sollten den Rest ihrer Zeit dahin vegetieren... Viele ließen sich in den Weltraum hinaus treiben, man kann nicht sagen wohin, andere breiteten sich auf Nelthíl aus... Wahay im heutigen Restrok hatte Wahay das Versteck seiner Kinder errichtet. Hügelig und dunkel war dieser Ort, doch nicht ungeschützt gegen die ewigen Feinde die die Sonne bewohnten. Unter die Erde zogen sie sich zurück. Wahay verunstaltete sie und formte die Dämonen aus ihren Leibern.

Meleth und Maelui wurde jedoch Gnade zu Teil. Zwar verbannte man auch sie von der Sonne, erlaubte es ihnen jedoch ihr eigenes Reich zu gründen... Im Süden der Welt ließen sie sich nieder und formten zusammen mit Menschenhand ein atemberaubendes Reich, das sich über Dschungel und Wüsten erstreckt. Die Schöpfung weiterer Elfen verbot man ihnen und auch das zusammenleben mit ihnen gestatte man nicht. Da Wahay jedoch seine Kinder für sich behielt und Meleth und Maelui sogar ihr eigenes Leben für die Kinder Meleths hingeben wollten, gestatte man ihnen trotz Furcht vor ihrer Herkunft das Leben, so dass die Ceredir und Menschen zwischen Farâe und Restrok - in dem sich Wahay verkroch - mit dem Elfengeschlecht nebeneinander her lebten. Mit jedem neuen Kind zwischen Elf und Mensch schwand ihre Macht und nur diejenigen reinen Blutes nannte man Hochelfen. Um so verwunderlicher ist es dass die heutigen Halbelfen von den Waldelfen Farâes nicht beachtet, ja sogar verachtet werden...